Lost in Translation oder ein Tag Tokyo Part 1
5. May 2008 – 21:05
So um auch was von der Goldenen Woche zu haben ging es am Sonntag morgen um 8:00Uhr Richtung Bahnhof und damit nach Tokyo. Irgendwie sind meine Wohnheimskollegen seltsam, in der Woche wo um 9 Uhr der Unterricht startet sieht man weniger Leute als an diesem Morgen auf den Beinen. Habe auch gleich ein paar Tipps bekommen um die geplante Nacht zu überstehen. Im Endeffekt wurde mir Roppongi für die Nacht empfohlen und ich soll mich ja von Typen fernhalten die komplett in schwarz mit seltsamen Frisuren unterwegs sind. Hmmm schade, meine Frisur konnt ich so schnell leider nicht mehr anpassen aber ansonsten passte die Beschreibung auch auf mich, wenn ich meine Jacke zu hatte 😉
Naja frohen Mutes und mit Curry zum Frühstück ging es dann mit Nadja und Tatjana los. Nadja haben wir irgendwo zwischendurch dann „verloren“, da sie ein anderes Ziel hatte. Eigentlich wollten Tatjana und ich unsere Tour in Asakusa starten, Problem ist nur wenn man nicht richtig lesen kann und in Akasaka landet, was ungefähr 20-30 Minuten Fahrt mit der U-Bahn entfernt von Asakusa ist. Also Bahnlinie gewechselt und nun in die richtige Richtung 🙂
In Asakusa angekommen standen wir erstmal mitten in einer Einkaufsstraße, als wir den Bahnhof verlassen hatten, also mitten im Nirgendwo. Ein Nirgendwo was laut und belebt ist aber trotzdem keine Orientierung zulässt. Nach unserem ersten Kaffee haben wir uns einfach mal für eine Richtung entschieden und gehofft das wir irgendwann auf was treffen werden, was auf unserer Karte eingezeichnet ist. Das dies gleich als erstes der Kannon-Tempel war, war zwar nicht geplant aber so braucht ich ihn nicht mehr suchen 🙂
Und wie in Tokyo zu erwarten war, war es einfach nur voll. Aber seltsamerweise nichtmal wirklich chaotisch, auf dem Weg zum Tempel gibt es eine kleine „Straße“, auf dieser gibt es zwei Strömungen. Eine in Richtung Tempel und eine davon weg und solang man sich daran hält kommt man eigentlich ganz gut voran. Der Tempel an sich und das ihn umgebende Gelände sind einfach riesig, achja ein gewisser Jesus hätte hier seinen absoluten Spaß gehabt mit so vielen Fressbuden um den Tempel herum 🙂
In diesem Tempel gibt es, soweit ich mitbekommen hab, für die Gäste 3 religiöse Zeremonien. Dies wären zum ersten das einnebeln mit Weihrauch, soll wohl gegen Krankheiten helfen, zum zweiten ein wenig Geld Spenden um anschliessend dem anwesenden Kami oder in diesem Fall zu den Buddhas/Boddhissatwas zu beten. Problem an diesem Brauch ist, man spendet das Geld in dem man es in eine große Truhe wirft. Da davor aber immer eine riesige Masse Menschen steht gibt es viele die das Geld nach vorne werfen. Das nächste mal nehm ich mir nen Bauarbeiterhelm mit, oder wenigstens nen Cappi 🙂
Und die dritte Sache ist sich die Zukunft voraussagen zu lassen. Dafür hat man einen Metallbehälter in dem durchnummerierte Stäbchen sind und je nach Nummer hat man vor sich einen Schrank mit Zetteln auf dem dann einem die Zukunft „vorausgesagt“ wird. Sollte einem die Zukunft nicht gefallen, lässt man den Zettel im Tempel und betet dafür das einem dieses Schicksal erspart bleibt. Ich hab ein „normales Glück“ vorhergesagt bekommen, was sich im Endeffekt vom außergewöhnlichen Glück nur darin unterscheidet, das bei mir die guten Sachen einwenig brauchen und nicht sofort eintreten. Den Unterschied weiß ich da Tatjana das „außergewöhnliche Glück“ gezogen hat. Mit so einer Zukunft kann ich leben, also hab ich den Zettel mitgenommen 🙂
Wenn jemand Interesse am Text hat, sagt einfach mal Bescheid dann schreib ich die englische Übersetzung ab und versuch, wenn gewünscht, die ganze Sache noch ins Deutsche zu übersetzen.
Auf dem Gelände haben wir uns dann noch den zum Tempel passenden Schrein angeschaut, der ist zwar auch recht schön aber wirklich zugesagt hat mir ein kleiner schon fast versteckt gelegener Schrein. Es war ein Inari Schrein, Inari ist japanisch für Fuchs, der zwar sehr klein war aber ich fand ihn wirklich sehr schön. Mir war zwar grob bekannt wie man sich in einem Schrein verhält aber ganz sicher war/bin ich mir mit der Reihenfolge der einzelnen Handlungen immer noch nicht. Yuuske hatte es Nadja und mir mal erklärt/gezeigt aber er war sich selbst nicht ganz sicher. Um diesen Umstand zu ändern dachte ich mir, beobachtest du einfach mal die Japaner. Naja wirklich einig waren sie sich auch nicht wie sie es machen, habe gut 5 Leute beobachtet und bei jedem eine etwas andere Reihenfolge festgestellt. So im groben und ganzen läuft es folgendermaßen ab: Geld spenden (5 Yen Münzen eignen sich dafür perfekt, da sie ein Glückssymbol sind) danach die Glocke läuten, damit der Kami weiß das man da ist, zur Begrüßung verbeugen danach in die Hände klatschen und sein Gebet formulieren. Zum Abschied verbeugt man sich wieder und geht dann aus dem heiligen Bereich raus.
Sollte jemand hier genauere Quellen kennen oder eigene Erfahrungen mit shintoistischen und/oder buddhistischen Traditionen in Japan haben, wär es echt super wenn ihr mir dies erzählen könntet. Vor allem die shintoistischen Traditionen und Vorstellungen find ich sehr interessant.
So ich glaub hier werd ich erstmal aufhören mit schreiben. Hab heut keine Lust mehr noch zu schreiben und deswegen werden die restlichen Erlebnisse in nächster Zeit wahrscheinlich Kapitel weise hier gepostet. Ihr könnt euch also schon mal auf den profanen Teil von Asakusa, Odaiba, Ginza, Shibuya, Bahnhof Shinjuku und Nachtleben in Shinjuku freuen 🙂
Achja da der Akku der Kamera mich nicht mochte hab ich nur ~100 Bilder gemacht. Wobei einige nicht zu gebrauchen sind und ein paar mehrfach sind weil ich einfach mit ein paar Einstellungen rumspielen musste 😉
Die besseren werd ich jeweils passend zum aktuellen Eintrag in der Galerie posten. Und zum Glück gibt es ja dann auch noch die Fotos von Tatjana und später auch noch die von Nadja.
Ein kleines Fazit kann ich jetzt schon mal ziehen. Tokyo ist eine riesige Stadt, die man gleichzeitig hassen und lieben kann. Dort einen Tag oder Nacht zu verbringen ist echt klasse aber wohnen möchte ich dort niemals!
Schöne Grüße aus Mina Kashiwa 🙂
2 Responses to “Lost in Translation oder ein Tag Tokyo Part 1”
Zu den Münzen und den Spenden für die Götter, da empfehle ich dir den Meiji-Jingu Schrein in Harajuku zu Neujahr. Die Kollekte, in die man für gewöhlich sein Geld einwirft, wird zu diesem Spektakel um mehrere Meter erweitert…warum nur? ^^
By bakabambi on May 12, 2008
lol
schön, das wenigstens ab und zu mitgedacht wird 🙂
By Vega on May 13, 2008